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27.08. - 28.08.2005 - 24 Std. Berufsfeuerwehr in Niddatal-Bönstadt

Niddatal-Bönstadt (udo). Zum zweiten Mal fand am Wochenende die Fortbildungsveranstaltung „24Stunden Berufsfeuerwehr“ statt – diesmal trafen sich 26 Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren in Bönstadt. Je sieben der Jungs und Mädchen kamen aus Ilbenstadt und Bönstadt, je fünf aus Assenheim und Nieder-Wöllstadt und zwei aus Kaichen.

Wie Stadtjugendwartin Anette Herbert der WZ auf Anfrage erläuterte, sollen die engagierten und besonders motivierten Leistungsträger lernen, unter realistischen Bedingungen in Einsätzen zu reagieren, die von den Betreuern im lauf des Tages flexibel ins Lernprogramm integriert wurden. Die jungen Wehrleute wurden zu fiktiven Einsätzen gerufen und versuchten eigeninitiativ, einstudierte Vorgehensweisen praktisch anzuwenden. Das klappte im Großen und Ganzen so gut, dass den Jugendlichen das Lob des Stadtbrandinspektors Bern Reiter, der wiederholt präsent war, sicher sein konnte.

Die Nachwuchskräfte saßen zum Beispiel beim Unterricht und wurden zur Bekämpfung eines Wohnungsbrandes gerufen. Außerdem waren sie für die Gestaltung des Wochenendes verantwortlich, übernahmen Küchendienste und hielten die Zentrale der Einsatzfahrzeuge in Schuss. Am Ende wurde ihnen per Urkunde die erfolgreiche Teilnahme bestätigt.

Auf dem Programm standen unter anderem Funkunterweisung, Geräte- und Fahrzeugkunde, ein Unterricht, ein Überblick über Gefahren am Unfallort, Erste-Hilfe-Unterricht durch Peter Calow, ein Leistungsmarsch, eine Spezialübung, ein Leistungstest, Reinigungsarbeiten und Materialdurchsicht. Versichern mussten die Teilnehmer unter anderem, den Anweisungen der Betreuer zu folgen, nicht zu rauchen und die Handys daheim zu lassen.

Dafür wurde es dann am Samstagnachmittag richtig ernst. Die angenommene Lage war, dass ein Brand mit starker Rauchentwicklung im Bunker an der Bundesstraße 45, wo die Landesstraße zum Stammheim Kreuz abzweigt, ausgebrochen war. Auch der Strom fiel aus. Die jungen Feuerwehrleute rückten in die dreistöckige unterirdische Anlage vor, um eine dort vermisste Person zu suchen. Nach wenigen Minuten brachten die Jugendlichen des einen von zwei Zügen, die angerückt waren, den Dummy heraus.

Bei der Besprechung wurde auf die schwierigen Bedingungen im Bunker hingewiesen. Eine Aufteilung in Gruppen, die Stock für Stock vorrückten, wurde vom stellvertretenden Stadtjungendwart Oliver Mandel empfohlen. Leider hatten nicht alle Lampen funktioniert. Auf die Lagemeldung sei zu achten, und wenn ein Rettungstransportwagen gebraucht werde, solle er auch angefordert werden. Ansonsten sprach er den jungen Leuten großes Lob aus.


In Kaichen war am Abend an der Weed ein weiterer Einsatz zu meistern: Ein Kleinwagen war vor der alten Schule in den an einem Traktor hängenden Anhänger gerast und in Flammen aufgegangen. Eine Person musste aus dem Fahrzeug gerettet werden. Das Feuer konnte in kurzer Zeit gelöscht werden. Außerdem musste die hysterische Frau des Opfers beruhigt werden. Bei dieser Einsatz-Kritik wurde hervorgehoben, wie wichtig es sei, zuerst einen Überblick zu gewinnen. Die Personenrettung habe stets Vorrang.


Quelle: Wetterauer Zeitung vom 02.09.2005

Donnerstag, 12. Dezember 2019